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Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

 
Chefarzt

Professor Dr. med. Rolf Schneider

Tel.: 06021 32-3050

Patientenauskunft

Telefon: 06021 32-0

Sekreteriat

Sonja Jacobsen
Telefon: 06021 32-3051
Fax: 06021 32-3052

Leistungsspektrum

Therapie

Diagnose und Therapie erfolgen in der Neurologischen Klinik nach den neuesten fachlichen Standards und in schnellstmöglichem Ablauf. Unsere Patienten behandeln wir zum einen auf den beiden allgemeinen Stationen A02 und C03, daneben auf zwei spezialisierten Stationen.

Stroke-Unit

In der Schlaganfall-Station, der Stroke-Unit, versorgen wir Patienten mit frischen (in der Regel unter 72 Stunden) und flüchtigen Schlaganfallsymptomen. Bei über 800 Schlaganfallpatienten pro Jahr besteht eine große Erfahrung. Da 80 Prozent der Schlaganfälle mit einer Verstopfung blutführender Gefäße im Gehirn einhergehen, ist die Lyse-Behandlung die wichtigste Therapieoption. Sie kann bis zu 4,5 Stunden nach Symptombeginn sinnvoll sein. Für die Entscheidung über eine Lysetherapie ist neben einer schnellen Einlieferung ins Klinikum eine sofortige Computertomographie des Gehirns unverzichtbar. Die enge Kooperation mit der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie gewährleistet das. In der weiteren Akutphase wird dann intensiv nach der Ursache des Schlaganfalls gesucht, um Folgeschlaganfälle zu verhindern. Hierzu gehört die Untersuchung der Schlagadern, die das Gehirn mit Blut versorgen, durch unser Ultraschalllabor (“Neurosono“). Unsere hausinterne kardiologische Klinik führt Ultraschall-Spezialuntersuchungen des Herzens durch, um Veränderungen aufzuspüren, die Schlaganfälle auslösen können. 
Neben der diagnostischen Abklärung ist die fachkundige Überwachung der Patienten mit akkurater Behandlung von beispielsweise erhöhtem Blutdruck und Blutzucker für die weitere Prognose der neurologischen Störungen sehr wichtig.
Die Rehabilitation beginnt schon in der Akutphase mit Krankengymnastik und Sprachtherapie. Eine Weiterbehandlung in spezialisierten Rehabilitationskliniken wird bei Bedarf von uns in die Wege geleitet. Mit den entsprechenden Fachkliniken besteht eine enge Kooperation.

Intensivstation

Zusammen mit der Neurochirurgischen Klinik unterhalten wir die Neurologische Intensivstation mit 10 Plätzen, allesamt mit Beatmungsmöglichkeit. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit Neurochirurgen von großem Vorteil für die Patienten. Hier werden Patienten mit schwersten neurologischen Erkrankungen betreut. Die bestmögliche Versorgung wird durch einen ärztlichen und pflegerischen Schichtdienst rund um die Uhr ermöglicht. Wir kooperieren mit Reha-Kliniken, die beatmete Patienten direkt weiterbetreuen können.

 

Diagnose

Mehr als in jeder anderen Disziplin basiert die erfolgreiche neurologische Behandlung auf der zutreffenden Diagnose. Hierzu greifen wir auf eine Vielzahl von Verfahren zurück.

Ultraschalldiagnostik

Es stehen alle Standarduntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße am Hals und im Kopf in der Dopplersonographie und Duplexsonographie zur Verfügung. Diese Ultraschallverfahren sind völlig schmerzfrei und bringen keine gefährliche Strahlenbelastung für den Patienten mit. Sie sind von großer Bedeutung bei der Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Gehirns, z.B. beim Schlaganfall, aber auch zur Vorsorge.

Zu speziellen Fragestellungen wenden wir unter anderem folgende Zusatzuntersuchungen an:

  • Ultraschall-Signalverstärker, sie werden bei unzureichenden Beschallungsverhältnissen in eine Armvene gespritzt und führen für mehrere Minuten zu einer besseren Darstellung der Gefäße ( z.B. bei dicken Schädelknochen bei Untersuchungen von Arterien im Kopf)
  • Embolie-Detektion; hier wird für einen längeren Zeitraum, z.B. 15 Minuten eine Arterie im Gehirn durchgehend beschallt. Winzige Blutgerinnsel lassen sich dabei gut erkennen und helfen bei der Suche nach Schlaganfallursachen.
  • Screening auf Rechts-Links-Shunts bei offenem Foramen ovale. Durch Injektion einer geschüttelten Kochsalzlösung mit ungefährlichen Mikroluftbläschen können Hinweise auf eine undichte Stelle in der Vorhofscheidewand gefunden werden. Auch dies ist bei der Schlaganfalldiagnostik wichtig.
  • In der transcraniellen Duplexsonographie wird im B-Bild des Hirnstamms nach Frühzeichen des Morbus Parkinson gesucht. In frühen Stadien kann man bei einigen Patienten typische Frühzeichen erkennen.
  • Mit Hilfe hochfrequenter Spezialsonden (17 MHz) erfolgen Untersuchungen peripherer Nerven wie dem Carpaltunnelsyndrom. Eine durch Kompression bedingte Schwellung eines Nervs kann mit Ultraschall nachgewiesen werden und eine wichtige Ergänzung zur Elektrophysiologischen Messung der Nervenleitgeschwindigkeit darstellen.

Liquordiagnostik

Über Lumbalpunktionen erhalten wir wichtige Informationen zu Krankheitsprozessen, die sich im Liquor (Nervenwasser) nachweisen oder ausschließen lassen. Bei schwierigen anatomischen Verhältnissen wird unter Röntgenkontrolle punktiert. In Zusammenarbeit mit dem sowohl im Zentrallabor des Klinikums als auch im pathologischen Institut ansässigen Liquorlabor erfolgen mit hoher Expertise Diagnosen der Liquorzytologie, mikrobiologische Untersuchungen und Untersuchungen der Eiweißbestandteile des Liquors, wie es z.B. bei Multipler Sklerose erforderlich ist. Für die Untersuchung von sog. Demenzmarkern besteht eine enge Kooperation mit universitären Speziallabors.

Klinisch-neurophysiologisches Labor - Untersuchungsverfahren

Das neurophysiologische Labor hält alle modernen elektrophysiologischen Untersuchungsverfahren vor, um Nerven und Muskeln und das zentrale Nervensystem zu untersuchen. Dazu gehören:

NLG

(=Nerven-Leit-Geschwindigkeits-Messungen). Sie dienen dem Nachweis von Störungen wie beispielsweise Entzündungen oder Druckschädigungen der Nerven, insbesondere an Armen und Beinen. Neben den gängigen Verfahren werden auch sehr spezialisierte Verfahren wie fraktionierte sensible Neurographien, “Inching“, Pudendusneurographie oder Hochvoltstimulation durchgeführt.

EMG

(=Elektromyographie). Hier werden die Muskeln direkt mit Nadeln untersucht, um Erkrankungen der die Muskeln versorgenden Nerven oder aber der Muskulatur zu erkennen. Neben den Standardverfahren sind computergestützte automatisierte Analysen und auch die Einzelfasermyographie in unserem Labor möglich.

EEG

(=Elektroenzephalographie). Die Ableitung der Hirnströme ist besonders bei Patienten mit epileptischen Anfällen, aber auch verschiedenen anderen neurologischen Erkrankungen notwendig. In unserem Labor werden die Patienten mit neuester Computertechnik und Videoaufzeichnung untersucht. Auch feinste Änderungen im Befinden des Patienten können so aufgespürt werden. Mit portablen Geräten können wir Patienten auf allen Stationen des Klinikums untersuchen, was insbesondere den schwerer erkrankten Patienten auf den Intensivstationen zugute kommt. Daneben ist, ähnlich wie beim Langzeit-EKG, auch eine Langzeit-EEG-Analyse über einen gesamten Tag in normaler Umgebung möglich.

EP

(=Evozierte Potentiale ). Bei uns werden die EP in der Routinediagnostik nach Stimulation an Armen, Beinen oder im Gesicht abgeleitet (=SEP), daneben nach Stimulation der Hörnerven (=AEP) oder der Sehnerven (VEP). Durch die Magnetstimulation von Gehirn oder tief im Gewebe liegenden Nervenanteilen können wir die motorisch-evozierten Potentiale (=MEP) ableiten. Neben den allgemein üblichen Verfahren bieten wir auch Untersuchungen in spezialisierter Technik an, so z.B. fraktionierte SEP oder MEP im Bereich des Kopfes (z.B. Gesichts- oder Zungenmuskulatur).

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