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Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

 

Pflege betont ihren Wert: „Ohne uns geht nichts“

Leistungsträger Pflege

Gut besucht war die Info-Veranstaltung des „Pflegebündnisses Untermain“ unter dem Motto „Pflege hat Wert“ im Martinushaus in Aschaffenburg. Angesprochen waren Pflegende in Kliniken, Heimen und Pflegediensten. Eine Info-Ausstellung und Beratungsangebote vervollständigten das Angebot.

Nachdem zunächst Experten, unter anderen Prof. Thomas Busse aus Frankfurt und Jutta Seidel, Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, in Fachreferaten Aspekte zur wachsenden Bedeutung der Pflege erläutert hatten, war das Publikum zur Diskussion mit den Referenten auf dem Podium eingeladen. Die Moderation lag bei Martina Fehlner, MdL.

„Pflege ist in vielen Bereichen ein High Performer, ein Hochleistungsträger“, betonte Ulrike Strobel, Zentrale Pflegedienstleitung im Klinikum. Dessen ungeachtet seien Pflegestellen seit 20 Jahren unterbesetzt, kritisierte Marco Maier, Leiter des Pflegestifts St. Elisabeth. Auch die Umstellung der Pflegestufen habe nicht mehr Stellen geschaffen, in seinem 170-Betten-Haus gebe es als Ergebnis vier Vollzeitkräfte weniger. Maiers Credo: Statt durch helfende Handgriffe „satt und sauber“ zu werden, bräuchten alte Menschen in Pflegeheimen Zuwendung, Zeit und Zärtlichkeit. 

„Schade, dass wir uns so klein machen“, sagte eine Schülerin der Hans-Weinberger- Akademie. Für ihre Arbeit erhalte sie vordergründig Lob, doch machen wolle es keiner. Dabei sei die Arbeit sehr schön. „Ich wasche nicht nur alte Menschen.“ Ich bin für viele erster Ansprechpartner und „Familie“". Dazu vermittele sie Lebensmut. Antrieb der jungen Frau: „Ich möchte die letzte Lebensphase alter Menschen schön gestalten.“

Erörtert wurde, ob - wie erfolgt - Streik ein geeignetes Mittel sei, Aufmerksam auf das Dilemma der Pflege zu lenken. Viele wollten ihre Patienten nicht allein lassen. Ein Arzt verwies als Beispiel auf die ärztliche Interessenvertretung mit Lobbyarbeit auf allen Ebenen und die ärztliche Selbstorganisation. Während eine  deutschlandweite „Pflegegewerkschaft“ noch Zukunftsmusik ist, gebe es auf Länderebene mehrere „Pflegekammern“ und in Bayern seit Oktober eine „Vereinigung der Pflegenden“.

Unabhängig von diesem Vorstoß ging ein Appell an alle Pflegenden: „Wir müssen mehr positive Geschichten erzählen“.  Und: „Die Gesellschaft muss wissen, was wir leisten“.

lh


Übersicht der Präsentationen

Pflege hat WERT- C. Hauke

Pflege hat WERT - J. Seidel

Pflege hat WERT -  Prof. Busse

Pflege hat WERT - W. Karl

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