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Klinikum Aschaffenburg-Alzenau

 
Chefarzt

Professor Dr. med. Oliver Bähr

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Elektrophysiologie

Die Elektrophysiologie stellt einen wichtigen diagnostischen Teilbereich der Neurologie dar. Hier beschäftigen wir uns mit der elektrochemischen Signalübertragung des Nervensystems. Je nach Untersuchungen können einzelne periphere Nerven oder ganze polysynaptische Nervenbahnen auf eventuelle Schädigungen hin untersucht werden.


Elektroenzephalographie (EEG)

Bei der Elektroenzephalographie wird mittels an der Kopfhaut angebrachter Elektroden die elektrische Aktivität des Gehirns untersucht. Durch die definierten Positionen der Elektroden können pathologische Veränderungen anatomischen Gehirnarealen zugeordnet werden.
Bei Schädigungen des Gehirns kommt es zu einer Veränderung der elektrischen Aktivität, was sich wiederum in veränderten Kurven im Elektroenzephalogramm wiederspiegelt.
Folgende Erkrankungen können zu Veränderungen im EEG führen:
•Epilepsien
•Hirntumoren
•Demenzen
•Schlaganfälle
•Schädel-Hirn-Traumata
•Stoffwechselstörungen des Gehirns
•Vergiftungen
•u.a.


Evozierte Potenziale

Evozierte Potentiale sind Potentialunterschiede im Elektroenzephalogramm die durch die Reizung unterschiedlicher Nerven hervorgerufen werden können. Dabei kommen auch unterschiedliche Reize zum Einsatz, so dass verschiedene Teile des Nervensystems untersucht werden können.

  • Visuell evozierte Potentiale (VEP)
    Bei den dieser Messung wird ein visueller Reiz verwendet und es kann so die Funktion der Sehbahn untersucht werden. Je nach Erkrankung kann es zu einer Verzögerung der Reizweiterleitung oder einer zu schwachen Reizantwort kommen.
  • Akustisch evozierte Potentiale (AEP)
    Mittels akustischer Signale (Klicklaute über Kopfhörer) kann die Hörbahn untersucht werden. Bei Schädigungen kann die Weiterleitung zu langsam oder zu schwach sein. 
  • Somato-sensibel evozierte Potentiale (SEP)
    Mittels geringer Stromimpulse an Händen oder Füßen wird ein sensibler Reiz gesetzt. Es wird dann gemessen wie schnell und wie stark das Signal im Gehirn ankommt. Außerdem kann untersucht werden ob es im Verlauf der Signalübertragung zu Störungen kommt.
  • Motorisch evozierte Potentiale (MEP)
    Im Gegensatz zu den anderen evozierten Potentialen wird der Reiz bei den MEPs über die transkranielle Magnetstimulation in motorischen Arealen des Nervensystems gesetzt. Dadurch werden Muskelzuckungen in den Füßen, den Händen oder im Gesicht ausgelöst. Über die gemessenen Muskelaktionspotentiale kann wiederum die Zeit der Signalübertragung von motorischem Areal bis zum jeweiligen Muskel gemessen werden.

Elektroneurographie

Die Elektroneurographie dient dazu den Funktionszustand von peripheren Nerven zu untersuchen. Dabei wird der zu untersuchende Nerv mit einem leichten Stromimpuls gereizt und die anschließende Reizweiterleitung untersucht. Wir interessieren uns dabei vor allem für die Nervenleitgeschwindigkeit und die Stärke (Amplitude) mit der ein Reiz ankommt. Oft kann durch diese Messung auch der Ort einer Nervenschädigung festgestellt werden.


Elektromyographie (EMG)

Bei der Elektromyographie wird die elektrische Aktivität des Muskels untersucht. Dabei wird eine dünne Nadel zur Messung in den Muskel eingebracht. Diese ist vergleichbar mit einer Akkupunkturnadel, so dass die Untersuchung nicht besonders schmerzhaft ist. Bei manchen Fragestellungen ist dies aber die einzige Möglichkeit um eine Muskelerkrankung oder eine Nervenschädigung nachzuweisen. Außerdem ermöglicht das EMG zu untersuchen in welchem Stadium sich eine Schädigung befindet und ob Reperaturmechanismen begonnen haben.
                           


Team

Personaloberärztin

Dr. med. Nicole Barg

Fachärztin für Neurologie, Leitung des elektrophysiologischen Labors, Betreuung der Allgemeinstationen, Verantwortliche für PJ-Studenten
Leitende Oberärztin

Sonka Benesch

Fachärztin für Neurologie, Leitung Stroke-Unit, Qualitätsmanagement, Personalplanung